Energieeffizienz

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Als metallverarbeitendes Unternehmen ist PALFINGER nicht Teil der energieintensiven Industrie. 2017 stiegen die Energiekosten der PALFINGER Gruppe auf 7,4 Mio EUR (Vorjahr: 6,7 Mio EUR), um 10 Prozent. Der Gesamtenergieverbrauch erhöhte sich 2017 auf 208 Mio kWh (Vorjahr: 198 Mio kWh) und fiel vorwiegend in Europa an.

Nach Prozessen betrachtet verbrauchen die Lackier- und Galvanikanlagen die meiste Energie bei PALFINGER. Die größten Lackieranlagen befinden sich an den Standorten Lengau (AT), Marburg (SI) und Council Bluffs (USA). Der zweite energieintensive Produktionsprozess bei PALFINGER ist die Galvanik. Solche Anlagen sind in Lazuri (RO) und Tenevo (BG) im Einsatz. Der Standort Lazuri ist seit 2013 Teil der PALFINGER Gruppe. Dort werden seither Bauteile beschichtet, die vormals von Lieferanten bearbeitet wurden – vermehrt auch für externe Kunden. Nach dem Ausbau der vergangenen Jahre befinden sich am Standort Lazuri inzwischen neun Verchromungslinien. Die Produktion in Lazuri war 2017 unverändert der mit Abstand größte Stromverbraucher in der PALFINGER Gruppe. Die Energieeffizienz im Berichtsjahr verbesserte sich zwar deutlich, jedoch hauptsächlich durch eine vorteilhaftere Preisstruktur des Produktportfolios. Am zweiten Standort mit galvanischer Beschichtung, in Tenevo (BG), ermöglichten Optimierungen ebenfalls eine effizientere Stromnutzung. 

Abgesehen von Lackier- und Galvanikanlagen betreibt PALFINGER keine energieintensiven Prozesse. Druckluftanlagen, Prozesse zum Schneiden (Laser- und Plasmaschneidemaschinen), Schweißen sowie Befüllen und Testen der Produkte haben einen vergleichsweise moderaten Energieverbrauch. Daher wird an der Mehrzahl der PALFINGER Standorte ein Großteil der Energie für die Hallenkonditionierung, wie etwa das Heizen und Belüften, verbraucht. Das Bewusstsein für Energieeffizienz in der PALFINGER Gruppe ist hoch. Dies zeigt sich daran, dass im Berichtsjahr an den Standorten eine Vielzahl einzelner Maßnahmen umgesetzt wurde. Beispiele sind: LED Beleuchtung, Optimierung von Druckluft- und Schweißprozessen, Abwärmenutzung oder Verbesserungen der thermischen Qualität der Gebäudehülle. Kumuliert hatte die Fülle an Maßnahmen einen deutlich positiven Effekt.

Der Energieeffizienzindex zeigt, wie sich der Energieverbrauch im Verhältnis zum Umsatz über die Jahre verändert. Die Entwicklung des Index ist seit vielen Jahren positiv, lediglich im Jahr 2016 verursachten die Entwicklungen in Russland einen einmaligen Rückgang der Energieeffizienz. Im aktuellen Berichtszeitraum ging der Energieverbrauch bezogen auf den Umsatz um 3,7 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr 2016 zurück. Das Ziel, die Energieeffizienz jährlich um 1,8 Prozentpunkte zu verbessern, wurde damit 2017 erreicht. Ausschlaggebend waren vor allem die Verbesserung der Effizienz des Stromverbrauchs in der Region EMEA und die Optimierung des Wärmeenergieverbrauchs in der Region GUS.

Konsequentes Energiemanagement soll in Zukunft die weitere Stärkung der Energieeffizienz gewährleisten. Am Standort Velikiye Luki (RU) wurde im Jahr 2017 die Erneuerung der Heizanlage geprüft und in Angriff genommen, wodurch die Effizienz im Wärmebedarf ab dem kommenden Jahr voraussichtlich um rund 10 Prozent optimiert wird. Aufgrund der Relevanz des Standorts kann alleine diese Maßnahme zu Einsparungen von ungefähr 1,5 Prozent des Gesamtwärmebedarfs der PALFINGER Gruppe führen.

Die Energieeffizienz ist zum Teil von Effizienzmaßnahmen und zum Teil auch von der Produktionsauslastung abhängig. Insbesondere die erforderliche Energie für das Beheizen der Gebäude ist von Witterungsverhältnissen geprägt. Das führt dazu, dass der Energieverbrauch von PALFINGER seit der Konsolidierung von Standorten in Russland verstärkt mit der Kälte der russischen Winter zusammenhängt. Für das Jahr 2018 ist daher geplant, den Energiebedarf für das Beheizen der Gebäude innerhalb der PALFINGER Gruppe mit Heizgradtagen zu gewichten. Dies wird das Monitoring der Energieeffizienz weiter verbessern.

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Der Transport ist bei PALFINGER an Logistikunternehmen ausgelagert. Es handelt sich dabei um die Anlieferung von Rohstoffen und Komponenten, den Verkehr zwischen den PALFINGER Werken und den Transport der Produkte zu den Kunden. Der Transportmix ist bestimmt von Lkw und Schiff. Für den Personentransport bei Dienstwegen wurde der Fuhrpark im Jahr 2017 vermehrt auf Elektromobilität umgestellt. Die österreichischen Standorte Bergheim, Köstendorf und Lengau sind bereits mit Stromtankstellen und einigen E-Fahrzeugen ausgestattet, in Caussade (FR) ist eine Anschaffung einiger E-Fahrzeuge für 2018 geplant. Zudem offerierte PALFINGER im Berichtsjahr allen Firmenwagenbesitzern in Österreich ein kombiniertes Spritspar- und Fahrsicherheitstraining, um das Bewusstsein zu erhöhen.

Die beiden meistverwendeten Rohmaterialien Stahl und Aluminium sind in ihrer Produktion sehr energie- und CO2- intensiv. Die für die Produktion von Stahl benötigte Energiemenge und die daraus resultierenden Emissionen an Treibhausgasen sind beträchtlich. Für die Produktion jener Menge an Stahl und Aluminium, die von PALFINGER im Jahr 2017 bezogen wurde, kann ein Energieverbrauch von etwa 2.000 Mio kWh angenommen werden. Der Energiebedarf der Rohstoffe übersteigt somit den Energiebedarf der PALFINGER Produktion um knapp das Zehnfache. Umso wichtiger sind für PALFINGER die Initiativen zur effizienten Nutzung der Rohstoffe.