Gefährliche Abfälle

Abfälle DE

Bei der Fertigung in den PALFINGER Werken entstehen vor allem folgende gefährliche Abfälle: Abfälle aus Lackieranlagen, Galvanikschlämme, Hydrauliköl sowie Schmier- und Kühlmittel. Die Verantwortung für Abfalloptimierung, korrekte Entsorgung und die Einhaltung lokaler Gesetze liegt bei den einzelnen Werken. In der Gruppenrichtlinie gibt PALFINGER konzernweit einen Mindeststandard vor, die Entwicklung gefährlicher Abfälle wird gemonitort und geprüft.

Die Produktionsstandorte mit den größten Mengen gefährlicher Abfälle sind in absteigender Reihenfolge: Lazuri (RO), Marburg (SI), Lengau (AT), Archangelsk (RU), Tenevo (BG) und Velikiye Luki (RU), wobei der Standort Lazuri nun erstmals diese Reihung anführt. Die Abfallmenge dieser Werke gemeinsam beträgt 88 Prozent der gesamten PALFINGER Gruppe. Es handelt sich dabei großteils um Standorte mit Lackieranlagen, Lazuri und Tenevo sind Fertigungsstandorte mit Galvanikanlagen. Im Jahr 2017 betrug die Menge gefährlicher Abfälle bei PALFINGER 5.248 Tonnen (Vorjahr: 3.880 Tonnen). An den genannten vier Standorten mit Lackieranlagen betrug das Gesamtgewicht der gefährlichen Abfälle rund 2.410 Tonnen, an den beiden Standorten mit Galvanikprozessen rund 2.209 Tonnen.

Die Entwicklung der gefährlichen Abfälle bei Lackieranlagen einerseits und bei Galvanikprozessen andererseits ergibt ein unterschiedliches Bild: An den oben erwähnten vier Standorten mit Lackierprozessen verbesserte sich der Index gefährlicher Abfälle bezogen auf den Umsatz – mit Ausnahme von Archangelsk (RU), wo die Gießerei die Steigerung der gefährlichen Abfälle verursachte. Grund der Verbesserung sind gezielte Optimierungen bei bestehenden Anlagen, 2017 wurden auch neue Anlagen mit Pulverbeschichtung in Betrieb genommen. Die absolute Menge gefährlicher Abfälle an Standorten mit Lackieranlagen konnte 2017 trotz Produktionssteigerung mit 2.410 Tonnen (Vorjahr: 2.399 Tonnen) konstant gehalten werden. Dies ist vor allem auf die Verbesserungen am Standort Marburg (SI) zurückzuführen, wo 2017 eine bestehende Anlage durch eine neue, effizientere ersetzt wurde. Für 2018 hat PALFINGER weitere Optimierungen bei Lackieranlagen geplant. 

Anders sieht das Bild an den beiden Standorten mit Galvanikprozessen aus. Sowohl die absoluten Mengen gefährlicher Abfälle als auch die Intensität bezogen auf die Produktionsmenge nahmen zu. Der Index gefährlicher Abfälle an Standorten mit Galvanikprozessen verschlechterte sich dadurch erneut deutlich. Dies ist teilweise durch die Ausweitung der Produktion begründet, auch in Zusammenhang mit der Fertigung für Dritte. Am Standort Lazuri (RO) wird seit 2013 in einer eigenen Galvanikanlage zu über 80 Prozent für externe Kunden beschichtet. Gleichzeitig wurde auch die Wertschöpfungstiefe erhöht: Bauteile, die zuvor von Lieferanten beschichtet wurden, werden zunehmend von PALFINGER selbst behandelt. Dadurch stieg die Menge gefährlicher Abfälle überproportional im Vergleich zum Konzernumsatz. Für die Umwelt ist diese Entwicklung jedoch zumindest neutral, da diese Prozesse nun nicht mehr bei Lieferanten stattfinden. Ein weiterer wichtiger Grund für den Anstieg im Jahr 2017 ist, dass die Definition gefährlicher Abfälle am Standort ausgeweitet wurde. Die neu als gefährliche Abfälle eingestuften Fraktionen verdreifachen die im Vorjahr berichteten Mengen.

Die Mengen gefährlicher Abfälle am Standort Lazuri (RO) verfügen vor allem deshalb über so großes Gewicht, weil der Anteil an Wasser sehr hoch ist. Hier setzt eine Maßnahme für die Zukunft an: Es ist geplant, das Wasser aus gefährlichen Abfällen zu entfernen, wodurch Volumen und Gewicht reduziert werden. Die Umsetzung erfolgt sukzessive bis 2019.

Abfälle Index DE

Der negative Trend an den Standorten mit Galvanikanlagen überlagert den positiven Trend an den Standorten mit großen Lackieranlagen, das Ziel einer jährlichen Reduktion der gefährlichen Abfälle um 1,8 Prozentpunkte bezogen auf den Umsatz (Index) wurde dadurch abermals verfehlt. Auch die absolute Menge der gefährlichen Abfälle stieg in den vergangenen Jahren deutlich an. Neben den bereits beschriebenen Maßnahmen für den Standort Lazuri (RO) ist für das Jahr 2018 daher eine eingehende Analyse der Stoffströme an den Standorten mit den größten Mengen gefährlicher Abfälle vorgesehen, um konzernweit wieder eine positive Entwicklung einzuleiten. 

Als Alternative zu Lösungsmitteln in Lacken können mittlerweile für nahezu alle Produktanwendungen außer im Marinebereich lösungsmittelfreie Lacke eingesetzt werden. Diese bedingen allerdings meist Mehrkosten. PALFINGER wendet seit dem Jahr 2014 konzernweit ökologische Mindeststandards bei Ausschreibungen für neue Lackieranlagen an. Die Anlagen müssen auf die Eignung für lösungsmittelfreie Lacke überprüft und gegebenenfalls umgestellt werden. Die europäischen PALFINGER Standorte mit großen Lackieranlagen setzen durchwegs lösungsmittelfreie Lacke ein. Im Marinebereich werden aufgrund von marinespezifischen Vorschriften nur Lacke auf Lösungsmittelbasis verwendet. In GUS wäre der Einsatz wasserlöslicher Lacke aufgrund der tiefen Temperaturen im Winter mit einem hohen Qualitätsrisiko verbunden. In Caxias do Sul (BR) ist es derzeit aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich, diese Lacke regional zu beziehen. Auch in den USA werden lösungsmittelbasierte Lacke eingesetzt. Insgesamt blieb der Anteil der bezogenen lösungsmittelfreien Lacke im Jahr 2017 bei PALFINGER mit 94 Prozent (Vorjahr: 95 Prozent) relativ konstant.